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Allgemeine Ziele

Inklusion und Achtung vor der Individualität des Kindes

Waldorfpädagogik sieht in jedem Kind - ungeachtet seiner sozialen, ethnischen oder religiösen Herkunft und seiner körperlichen, seelischen und geistigen Voraussetzun gen - eine einmalige, unantastbare Individualität, die schon vor der Geburt existiert hat.

Sie bringt aus ihrer Vergangenheit ein ganz persönliches Schicksal in das jetzige Erdenleben mit, verbunden mit zunächst noch verborgenen und dem Kind selbst nicht bewussten Impulsen für die Zukunft, die erst im späteren Leben nach und nach hervortreten.

Partizipation und Begleitung des jungen Menschen in die Freiheit

Erziehung und Bildung haben die Aufgabe, den jungen Menschen auf seinem Wege der Selbstfindung zu unterstützen, damit er die in ihm liegenden Fähigkeiten und Intentionen entdecken und entfalten kann. In dem Maße, wie er fähig wird, immer mehr in Übereinstimmung mit sich selbst und den eigenen Zielen zu leben, ist er frei. Erziehung und Bildung unterstützen diesen Weg zur Freiheit des Menschen. Im Ab-schnitt der Pädagogischen Praxis wird deutlich, dass gerade im Freien Spiel und den künstlerischen Tätigkeiten die Kinder in Möglichkeit haben, sich in Selbstbestimmung, Selbstbehauptung und Selbstregulation zu üben.

Ausbildung der Sozialfähigkeit

Zugleich möchte Waldorfpädagogik Kinder mit den Fähigkeiten ausstatten, die notwendig sind, um in der sozialen Gemeinschaft fruchtbar wirken zu können.

Respekt für den anderen Menschen, Empathiefähigkeit und demokratisches Bewusstsein gehören ebenso dazu wie moralische Urteilsfähigkeit, Initiativfreudigkeit und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.

Im Blick auf die sich entwickelnde Gesellschaft unserer Zeit sieht Waldorfpädagogik eine wichtige Aufgabe in der Pflege des vorurteilsfreien Interesses für Menschen mit einem anderen Kulturhintergrund, so dass Offenheit und Verständnis entstehen können.

Veranlagung einer umfassenden Gesundheit

Waldorfpädagogik sieht ein vorrangiges Ziel ihrer Bemühungen in der Förderung und Sicherung einer tragfähigen Gesundheitsbasis, wobei es nicht allein um die Pflege der leiblichen Grundlagen (z.B. durch gesunde Ernährung und genügend Bewegung) geht, sondern auch und vor allem um die individuelle Durchdringung der gesamten leiblich-seelisch-geistigen Organisation.

Gesundheitsförderung im Sinne der Salutogenese wird als eine eminent pädagogische Aufgabe begriffen, weil die Gesundheitsentwicklung des Kindes in hohem Maße von Faktoren abhängt, die von den Erwachsenen zu verantworten sind: Die materielle und die seelische Umgebung gehören dazu ebenso wie das soziale Verhalten der Pädagogen, ihr methodischer Ansatz, die von ihnen bewirkte Lernatmosphäre usw.

Zeit lassen für nachhaltige Entwicklung

Jedes pädagogische Handeln steht in unmittelbarer Verantwortung für die langfristige Entwicklung des heranwachsenden Menschen über sein ganzes Leben hin. Denn in der Krippen-, Kindergarten- und Schulzeit werden die Grundlagen gelegt für Gesundheit oder Krankheit, Leistungsstärke oder Leistungsschwäche im späteren Leben.

Waldorfpädagogik bemüht sich deshalb, alle Kräfte des jungen Menschen - von den leiblichen bis hin zu den intellektuellen und sozialen Fähigkeiten - zu fördern, um so das Fundament für lebenslange Lern- und Leistungsfähigkeit zu legen.

Nachhaltigkeit ist ihr Anliegen, nicht Schnelligkeit. Jedem Kind muss die Entwicklungszeit eingeräumt werden, die es für seine individuelle Entwicklung braucht.

Ganzheitliche Bildung und individuelle Förderung

Um sicherzustellen, dass der heranwachsende junge Mensch im späteren Leben möglichst uneingeschränkt seine individuellen Impulse und Fähigkeiten entfalten kann, vermeidet Waldorfpädagogik jede vorzeitige Spezialisierung, sondern setzt auf eine ganzheitliche, breite Förderung der Fähigkeiten, die jedem Kind die Möglichkeit gibt, sich gemäß seinen individuellen Anlagen zu entwickeln.

Die Pädagogen werden dabei unterstützt von Ärzten und Therapeuten und streben eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten an.

Gesamtbildungsgang von 0 bis 18 Jahren

Waldorfpädagogik sieht die Notwendigkeit, Bildung und Erziehung als einen durchgehenden Prozess zu verstehen, der bereits mit der Geburt beginnt und erst mit dem Erreichen der Mündigkeit sein Ende findet. Es ist daher ihr Bestreben, die Zusammenarbeit von Krippe, Kindergarten und Schule zu verstärken und bis in die organisatorischen Strukturen hinein einen Gesamtbildungsgang von 0 bis 18 Jahren zu konzipieren.