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Das “Waldorfgärtchen”

Seit 2014 gibt es das Waldorfgärtchen unter dem Dach des Vereins für Waldorfpädagogik Würzburg e.V.

Das Waldorfgärtchen wurde, im Rahmen staatlich geförderter Betreuungsmöglichkeiten, als so genannte „Großtagespflege“ geschaffen. 

Eine Erzieherin und eine Tagesmutter in Waldorferzieherausbildung betreuen bis zu zehn Kinder, von zwei Jahren bis zum Kindergarteneintritt.

Von Montag bis Donnerstag zwischen 8:00 und 13:00 Uhr werden die Kinder nach einem eigens auf die Bedürfnisse dieser Altersgruppe zugeschnittenen waldorfpädagogischen Konzept liebevoll durch den Tag begleitet.  

Weitere Informationen und Anmeldung: 

Waldorfgärtchen
Hofmeierstr. 30, 97074 Würzburg 

Tel. 0931-90796303 E-Mail: waldorfgaertchen@waldorf-wuerzburg.de


 

 

Das "Waldorfgärtchen"

 

 

Man erzieht nie für den Moment dieses Lebensalters,
sondern für das ganze irdische Leben,
ja noch darüber hinaus.

(Rudolf Steiner)

Wegen der großen Nachfrage nach Betreuungsplätzen im Würzburger Waldorfkindergarten entstand 2013 die Idee, unter dem Dach des Vereins für Waldorfpädagogik eine Großtagespflege zu gründen. So entstand das Waldorfgärtchen, das seit 2014 in der Hofmeierstraße 30 beheimatet ist.

Eine überschaubare Gruppengröße von mindestens sechs bis höchstens zehn Kindern bietet eine bindungsorientierte Betreuungsform mit waldorfpädagogischer Ausrichtung. Zwei Tagespflegekräfte arbeiten gleichberechtigt zusammen, gestalten den Alltag und tragen gemeinsam die pädagogische Verantwortung.

Kindern im Alter von zwei Jahren bis zum Kindergarteneintritt wird hier eine liebevolle Betreuung auf der Grundlage der Waldorfpädagogik angeboten. Sie basiert auf der von Rudolf Steiner begründeten anthroposophischen Lehre und Menschenkunde. Unserem Handeln liegt ein ganzheitliches Menschenbild zugrunde. Das heißt, dass wir den Menschen als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele sehen und jedes Kind als individuelle Persönlichkeit wahrnehmen.

Unser Konzept ist auf die Bedürfnisse von Kleinkindern abgestimmt und ermöglicht einen sanften Übergang in die Kindergartenzeit.


Unsere pädagogischen Grundlagen

Das kleine Kind ist ein Wesen, das viele Begabungen mitbringt und bereits ein Lebensziel hat. Unsere Aufgabe ist es, einen Raum zu schaffen, in dem es sich diesem Lebensziel gemäß entfalten kann.

Respekt vor der Individualität des Kindes und eine Förderung, die seinen individuellen Bedürfnissen gerecht wird, sind uns ein großes Anliegen. Die Grundlage für jedes Lernen in diesem Alter sind eine stabile zuverlässige Bindung und emotionale Wärme und Geborgenheit. Das Kind benötigt Raum, Zeit und Ruhe für eine gesunde körperliche, seelische und geistige Entwicklung. Das kleine Kind soll bei uns spüren, dass es bedingungslos angenommen wird. Aus diesem Vertrauen heraus kann es seine Persönlichkeit frei entfalten.


Vorbild und Nachahmung

"Das Mensch sein erlernt der Mensch nur am Menschen."

(Novalis)

 

Die Waldorfpädagogik geht davon aus, dass Kinder am Vorbild der Erwachsenen lernen und deren Handeln nachahmen. Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder tätige Erwachsene erleben. Sichtbare und durchschaubare Alltagshandlungen (Garten, Küche, Aufräumen) werden während des Vormittags ausgeübt. Die Kinder können je nach ihren Möglichkeiten mittun oder die Tätigkeiten durch Nachahmung im Spiel umsetzen.


Rhythmus und Wiederholung

Rhythmus und Wiederholung kommen in der Waldorfpädagogik eine besondere Bedeutung zu. Der regelmäßig wiederkehrende Ablauf des Tages, einer Woche, eines Jahres gibt den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Der Tag wird in einen sinnvollen Wechsel von Aktivität und Ruhe gegliedert; jedem Wochentag ist eine bestimmte Mahlzeit zugeordnet. Wir sind von der positiven Wirkung der jahreszeitlichen Rhythmen und dem gemeinsamen Erleben der Jahreszeiten überzeugt. Das Feiern der Jahreszeitenfeste genießt bei uns einen hohen Stellenwert.


Freispiel

Im Waldorfgärtchen wird großer Wert auf das freie Spiel gelegt. Die schöpferischen Phantasiekräfte des Kindes sollen angeregt werden und sich entfalten dürfen.


Künstlerische Tätigkeiten

Neben dem morgendlichen Reigen werden viele Tätigkeiten mit Liedern und Versen begleitet (z.B. Händewaschen,Tischgebet). Das Malen mit Wachskreiden hat einen festen Platz in unserem Wochenrhythmus. Praktisches Tun wird je nach Jahreszeit angeregt (Bienenwachskneten, Filzen, Aquarellieren und anderes).


Spielmaterial und Garten

Das Spielzeug ist Naturmaterial, möglichst ungeformt und freilassend und dadurch vielfältig einsetzbar. Die ‚Unvolllkommenheit‘ des Materials regt die Phantasie an und ermöglicht ein schöpferisches Spiel. Die Sinne werden in ihrer Gesamtheit angeregt. Unser Garten ist ein Naturgarten mit vielen Sträuchern und einem modellierten Gelände. Ein kleiner Nutzgarten, in dem wir unter Mitwirken der Kinder Gemüse und Blumen anpflanzen, ist in Planung. Die Kinder gehen täglich und bei jedem Wetter ins Freie. Die Sinneserfahrungen,die Kinder in der Natur machen können, sind unersetzlich.


Werte

Die moralisch-ethische Erziehung der Kinder ist uns wichtig. Im gemeinsamen Handeln werden die sozialen Kompetenzen geschult. Es wird eine Gemeinschaft angestrebt, in der sich die Kinder wohlfühlen und ein Bewusstsein füreinander entwickeln. Im Waldorfgärtchen werden die christlichen Grundwerte vermittelt, konfessionell ungebunden.


Inklusion

Kinder mit besonderem Förderbedarf können im Waldorfgärtchen aufgenommen werden.(Integrationsplatz)


Betreuungszeiten

Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 13:00 Uhr;
24 Schließtage pro Jahr, die rechtzeitig angekündigt werden.


 

 

Tagesablauf

  • 8:00 bis 8:30 Uhr Bringzeit
  • Freispielphase, angeregt und begleitet durchhandwerkliche, künstlerische und hauswirtschaftliche Tätigkeiten (z.B. Vorbereitung des gemeinsamenFrühstücks)
  • Aufräumzeit
  • Morgenkreis mit Liedern, Fingerspielen und Versen, Reigen
  • gemeinsames Frühstück (mit Tischspruch)
  • Freispielzeit im Freien (unabhängig vom Wetter)
  • Abholzeit (bis 13:00 Uhr)

Mahlzeiten

Wir legen großen Wert auf vegetarische Vollwertkost und bereiten gemeinsam mit den Kindern das tägliche Frühstück selbst zu. Leidet Ihr Kind an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder benötigt es bestimmte Schonkost, so sprechen Sie uns bitte an.


Ihr Kindchen, ich segn‘ euch
viel tausend tausend mal!
Nur Großes begegn‘ euch
Im Sonn- und Mondenstrahl!
Euer Lachen, euer Weinen
sei edler Frucht geschwellt!
Ihr seid ja, ihr Kleinen,
die Zukunft unsrer Welt!

Christian Morgenstern: Kinderglaube


Eingewöhnungszeit

Wir pflegen eine achtsame, in kleinen Schritten behutsam vollzogene Eingewöhnung, bei der das Kind selbst die möglichen Schritte entscheidet. Der Ablauf der Eingewöhnungszeit folgt in seiner Grundstruktur dem „Berliner Modell“, wird aber bei jedem Kind individuell mit den Eltern vorher abgesprochen.

  • Die Zeit der Eingewöhnung beträgt ca. zwei bis vier Wochen
  • Das Kind wird immer vom gleichen Elternteil begleitet
  • Die Eltern verhalten sich passiv, sind aber als „sicherer Hafen“ für das Kind verfügbar
  • Der erste Trennungsversuch erfolgt nach Absprache und frühestens nach drei Tagen
  • Die Eltern verlassen für 10 bis 15 Minuten den Raum
  • Die Eltern verabschieden sich kurz und erkennbar vom Kind
  • Die folgenden Tage werden individuell auf das Kind mit den Eltern abgestimmt
  • Langsam verlängert sich deren Abwesenheit
  • Die Eltern sind in der Eingewöhnungszeit immer telefonisch erreichbar

Der rhythmische, strukturierte Tagesablauf und die kleine Gruppe erleichtern dem Kind, sich in die neue Gruppe einzufinden.


Krankheitsfall

Bei Ausfall einer Tagespflegeperson und Anwesenheit von mehr als sechs Kindern kommt eine Krankheitsvertretung, die den Kindern vertraut ist.


Buchung

Die Eltern schließen einen persönlichen Pflegevertrag mit einer Betreuungskraft ab. Jede Tagespflegeperson hat fünf Bezugskinder. Die Buchungszeit für einen Platz beträgt 20 Stunden. Die Kosten für einen Betreuungsplatz betragen monatlich ca. 160 €. Je nach Wohnsitz in Stadt oder Landkreis kann der Betrag leicht variieren; dazu kommt ein Betrag für das Essen, der monatlich eingezogen wird.


Erziehungsgemeinschaft

Wir wünschen uns einen engen Kontakt zwischen Waldorfgärtchen und Elternhaus, getragen durch gegenseitigen Respekt, Wertschätzung und Anerkennung. Unser oberstes Ziel ist immer das gemeinsame Bemühen um das Wohl der Kinder.

An zwei Tagen im Jahr haben wir Haus- und Gartentag, d.h. wir erledigen gemeinsam mit den Familien anfallende Arbeiten und belohnen uns dann mit einer gemeinsamen Mahlzeit.

Die Entscheidung für das Waldorfgärtchen bedeutet für die Eltern die Bereitschaft, sich auf das Konzept dieser Erziehungsgemeinschaft einzulassen und sie inhaltlich mitzutragen.


Zusammenarbeit

Träger des Waldorfgärtchens ist der Verein für Waldorfpädagogik Würzburg e.V. Die Großtagespflege ist dem Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Würzburg unterstellt und arbeitet mit diesem eng zusammen.

Weiterhin besteht regelmäßiger Austausch und Zusammenarbeit mit dem Waldorfkindergarten und der Waldorfkrippe.