Sie sind hier: Pädagogik / Geschichte

...

Entstehung der Waldorfpädagogik

Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfschulen, hatte schon 1907 in seiner Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» (Anthroposophie) ausgeführt, wie Erziehung sich ändern müsse, damit sie den Entwicklungsbedingungen der Neuzeit mit dem Ziel eines freien Menschentums gerecht werden könne.

Als Emil Molt 1919 beabsichtigte, in Stuttgart eine Schule für die Kinder seiner Arbeiter der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik einzurichten, wandte er sich mit der Frage an Rudolf Steiner, ob er dazu die pädagogische Anleitung geben könne. Mit vielen Vorträgen, Seminaren, Konferenzbesprechungen und Schulbesuchen begleitete Rudolf Steiner diese Schulgründung.

Mit ihr wurde erstmals das Prinzip sozialer Gerechtigkeit im Bildungswesen verwirklicht.

Unabhängig von sozialer Herkunft, Begabung und späterem Beruf erhalten junge Menschen eine gemeinsame Bildung. Als erste Gesamtschule haben die Waldorfschulen das mit dem vertikalen Schulsystem verbundene Prinzip der Auslese durch eine Pädagogik der Förderung ersetzt.

Bald entstanden auch an anderen Orten Waldorfschulen und später auch Kindergärten. Doch im Nationalsozialismus wurden die deutschen Schulen aufgelöst. Erst nach dem Krieg war ein Neubeginn möglich.

Heute bieten viele Waldorfeinrichtungen Betreuung in der Krippe, in Kindergärten, Horten und Ganztagesangeboten.