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Vorbild und Nachahmung

Es liegt in der Natur des Kindes, dass es in bedingungslosem Vertrauen dem Vorbild des Erwachsenen folgen möchte. Das Kind benötigt Vorbilder, an denen es sich orientieren und die es nachahmen kann. Das äußere Verhalten und die innere Haltung der Erwachsenen bilden die erste und elementarste Lernumgebung des kleinen Kindes, die in seiner Biographie wesentliche Spuren hinterlässt.

Seine Nachahmung erschöpft sich nicht im Kopieren von Handlungen, in der Nachahmungstätigkeit äußert sich stets auch ein freudiges Mitgehen mit den Aktivitäten des Erwachsenen, ein sich identifizieren mit dem Vorbild.

Deshalb haben Interesse an der Welt, Freude am Dasein, moralische Integrität usw. nicht nur ihren Wert für den Erwachsenen der sie pflegt, sie haben ihren besonderen Wert auch für das Kind, das sie erlebt. Es zählt nicht nur was der Erwachsene weiß, sondern was er ist und tut.

Mehr als durch alle äußeren Maßnahmen wird der Erwachsene zum „Bildner“ des Kindes. Seine Persönlichkeit ist die eigentlich bildende „Umgebung“ des Kindes, die mehr bewirkt als jedes noch so gute Erziehungs- und Bildungsprogramm. Die Wesensbegegnung mit dem Erziehenden wird zum tragenden Grund für das Lernen des Kindes.

Daraus ergibt sich, welche Verantwortung der erziehende Erwachsene trägt. Unter diesem Aspekt lässt sich als Motto formulieren:

“Erziehung ist in erster Linie Selbsterziehung des Erziehers.“

Denn nur durch Selbsterziehung und immer wieder bewusste Reflexion der eigenen Tätigkeit kann der Vorbildaufgabe Rechnung getragen werden.