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Studium setzt bei Entwicklungen an, nicht bei Methoden.

Waldorflehrer oder Waldorferzieher kann man nicht lernen, indem bestimmte Arbeitsabläufe wie handwerklich eingeübt werden. Rudolf Steiner spricht bei der Waldorfpädagogik von Erziehungskunst. So gilt das, was für den Künstler gilt, nämlich, dass er sich durch die Ausübung seiner Kunst entwickelt, verändert, auch für den Lehrer und Erzieher. Als Studierender kann man erleben, wie sich das Mitgebrachte durch das Studium so entwickelt, dass der eigene Entwicklungsprozess erlebbar wird.

Studium setzt bei Beobachtung an, die erweitert wird.

Durch Beobachtung und Denken können wir die Welt erfassen, doch achten wir stets auf all das, was uns die Sinne übermitteln? Muss ich nicht beim Erziehen auch mich selbst beobachten – und nicht nur das Kind, wenn ich wirksam werden will? Die Schulung der Beobachtung im Seminar umfasst neben künstlerischen auch soziale Prozesse.

Studium bezieht die spirituelle Dimension des Menschen mit ein.

Der Mensch ist „Bürger zweier Welten", einer irdischen und einer kosmischen. Wie real dies ist, kann jeder beobachten, der Lernprozesse über die Nacht verfolgt, in der der Mensch ja einem anderen Bewusstseinszustand angehört. Am anderen Morgen ist ein neuer Zugang zum Erlebten und Erarbeiteten möglich. Aber auch viele Fragen des Lebens gewinnen eine andere Dimension, wenn Reinkarnation und Karma in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Studium schafft neue biografische Möglichkeiten.

Viele Studierende erleben das Studium als eine Art Neubeginn. Alt Gewohntes und auch alt Gewordenes kann durch die Ausbildung unter einem neuen Licht erscheinen, was auch neue berufliche und biografische Möglichkeiten schafft.

Studium entwickelt schöpferische Kräfte und führt zur Sensibilisierung.

Durch die intensive künstlerische Arbeit werden unsere Wahrnehmungskräfte geweckt. Wie ist die Qualität der Farbe? War die Bewegung in der Eurythmie innerlich geführt oder aus dem Schwung? Was drückt meine Sprache – mir unbewusst – auch noch aus? Welche innere Einstellung steht hinter der Frage meines Studienkollegen? Gerade im Lehrer- und Erzieherberuf sind Gespräche zu führen, die große Wachheit und Sensibilität erfordern, sei es, dass die Gesprächssituation so ist, dass sich nicht alle frei äußern können oder wollen, sei es, dass Botschaften so zu bringen sind, dass der Gesprächspartner dadurch nicht verletzt, sondern in seiner Erkenntnis gefördert wird. In solchen Situationen trotzdem zu tragfähigen Ergebnissen zu kommen, verlangt Sensibilität und Intuition.