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Schulfeiern und Jahreszeitenfeste

Zum Schulleben gehört neben dem regulären Unterricht auch das Pflegen der Jahreszeitenfeste wie  Michaeli, St. Martin, Advent, Weihnachten, Drei König, Fasching, Ostern, Pfingsten und Johanni.

Daneben die Schulfeiern, das Herbstfest, der große Basar und die sogenannten Monatsfeiern mit Schülerdarbietungen
Alles Möglichkeiten das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, mitzugestalten, mitzuwirken, und gemeinschaftlich die Feststimmung aufzunehmen.


Monatsfeiern

Seilspringen auf der Monatsfeier

Etwa drei Mal pro Jahr finden sogenannte „Monatsfeiern“ statt. Die Schüler zeigen der Schulöffenlichkeit und Interessenten Elemete aus den verschiedensten Unterrichtsgebieten der einzelnen Klassen.
Die Aufführungen umfassen Musik, Eurythmie, kleine Spiele auch in den Fremdsprachen, Rezitationen sowie gelegentlich Darbietungen aus anderen Fächern. Oft werden pädagogische Erläuterungen gegeben.

Durch diese „Monatsfeiern“ erleben die Schüler einander in der Arbeit und entwickeln Verständnis für einander. Auch hierbei wird das selbstsichere Auftreten vor der Öffentlichkeit von Anfang an geschult und gefördert, wovon die Schüler ihr ganzes Leben profitieren werden.


Herbstfest

Nagelschmieden beim Herbstfest

Das Fest findet meist gleich am Anfang vom Schuljahr statt und beinhaltet viele Geschicklichkeits- und Sportspiele. Eine gute Gelegenheit auch für Gäste die Schule näher kennzulernen. Meist laden die Werkstätten zum Mitmachen ein und am Infostand gibt es ausführliche Informationen. Selbstverständlich ist für das leibliche Wohl an diesem Tag bestens gesorgt.

ZU MICHAELI

Warum feiert die Waldorfschule das Herbstfest, bei dem in vielen Spielen besonders die Aspekte des Mutes und der inneren Überwindung betont werden?
Warum gerade an einem Termin Ende September, so kurz nach den Sommerferien?

Der 29. September ist der „Tag des Michael und aller Engel“. Von alters her und in vielen Kulturen zeigte sich Michael den Menschen, zumal den Kindern, als mutiger Kämpfer gegen das Böse, oder er verlieh den jeweils auftretenden Personen seine besonderen Kräfte, wie wir es aus der Legende über den heiligen St. Georg kennen. St. Georg kämpft gegen einen schier übermächtigen Gegner, den Drachen. Dieser ist zwar an den Boden gebunden, hat aber oft mehrere Köpfe und kann Feuer speien oder ist nur an einer einzigen kleinen Stelle im Panzer verwundbar, wie das z.B. in der germanischen Legende von Siegfried geschildert wird. Diese Bilder, durch die der körperliche Mut und die inneren Überwindungskräfte gestärkt werden sollen, wirken direkt auf die Kinder und benötigen keine weitere Erklärung.

Der Michaelstag und die gesamte Michaelszeit aber, die bis Anfang Dezember reicht, haben auch für uns Erwachsene eine besondere Bedeutung. Immer wenn ...

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Sankt Martin

Am Sankt Martinstag machen die Klassen 1 und 2, meist klassenintern, mit dem Klassenlehrer, den Schülern und Eltern einen Martinsspaziergang mit den Laternen. Zum Abschluss erfreuen sich oft die Spaziergänger an mitgebrachten warmen Getränken und Gebäck, welches dann nach Martinsart brüderlich geteilt wird.


Waldorf-Adventsbasar

Der Basar ist eines der größten Ereignisse an unserer Schule. Er wird hauptsächlich von Schul- und Kindergarteneltern vorbereitet. Ab den Herbstferien sind dann auch die Schüler und Lehrer gefordert.

Für den Basar wird nahezu das ganze Jahr hindurch in Arbeitsgruppen oder auch in Eigenregie gearbeitet.

Die Themen beziehen sich u. a. auf kindgerechte und fantasiefördernde Spielsachen, Textilien und Spielmöbel. Weiterhin wird mit viel Fingerspitzengefühl und Ideenreichtum Advents- und Weihnachtsschmuck hergestellt. Zudem kommen Arbeiten von Schülern hinzu, die ausschließlich für den Basar gemalt, gedruckt, getöpfert und gehandarbeitet wurden.

Bei der Verarbeitung und Herstellung der vielen schönen Dinge wird darauf geachtet, dass es sich möglichst um Naturmaterialien handelt.

Der Basar wird vom Basarkreis organisiert, der sich ca. alle 2-3 Monate trifft. Die Termine hierfür werden im Dienstagsblatt bekanntgegeben. Daran nehmen ein Vertreter aus jeder Klasse, Erzieher und Lehrer teil. Natürlich sind Interessierte jederzeit herzlich eingeladen ihre Mithilfe und Ideen einzubringen.


Weihnachtsspiele

All unsere schönen Adventsbräuche finden ihren Höhepunkt im Christgeburtsfest, das in unserem Kulturkreis seit vielen Jahrhunderten durch die innige Kindesverehrung eine BiIdung der Herzenskräfte bewirken soll. Den Gläubigen früherer Zeiten war dabei stets bewußt, dass die Anbetung des Jesuskindes nur insofern gerechtfertigt ist, als es hindeutet auf das spätere Erscheinen des Christusgeistes in diesem besonderen Leibe - also auf die Jordantaufe.

Die sogenannten Oberuferer Weihnachtsspiele wurden bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts im heutigen Ungarn in dem von deutschen Siedlern bevölkerten Donauörtchen Oberufer tradiert und zur Weihnachstzeit in umliegenden Wirtshäusern aufgeführt. Sie ziehen noch aus tiefer mittelalterlicher Frömmigkeit ihre Kraft und dienen der Verlebendigung christlicher Glaubensinhalte Sie erheben als Trilogie Anspruch auf eine gewisse Vollständigkeit; denn einerseits spannen sie in dem zweifachen Wirken antichristlicher Mächte (zwei polar gezeichnete Teufelsfiguren treten auf) von der Verführung Adams und Evas bis hin zur Verblendung des Herodes einen heilsgeschichtlichen Bogen, und andererseits bieten sie dem aufnehmenden Gemüte des Zuschauers einen umfassenden Reigen menschlicher Empfindungen zwischen Ehrfurcht und Abscheu, Trauer und Freude.

So wie in unserem Kalender der Adam-und-Eva-Tag am
24. Dezember dem eigentlichen Jesu-Geburtstagsfest des 25. Dezember vorangestellt ist, bereitet unser Paradeisspiel das Erlösungsmotiv des Krippenspieles vor, während das anschließende Dreikönigspiel in seiner Dramatik und Tragik darauf verweist, wie schwer es der Menschheit fallen muß, das Christliche nicht nur zu finden, sondern auch in der Welt zu verwirklichen.

Oberuferer Weihnachtsspiele


Faschingsfeier

In den einzelnen Klassen der Unter- und Mittelstufe wird die Faschingsfeier zu einem lustigen, bunten Treiben im Klassenzimmer. Oft werden die Zimmer von fleißigen Schülern und Elternhänden ganz verwandelt und die Klasse feiert dann während der Unterrichtszeit.


Johannifeier

Mutiger Feuersprung

Fällt Johanni nicht gerade in die Pfingstferien, so wird zum Johannifeuer auf dem Schulgelände eingeladen. Es geht vor allem um das gemeinsame Singen und Erleben des langen Tages. Manchmal laden die Klänge auch zum Volkstanz ein. Der Höhepunkt ist jedoch für alle Mutigen der Feuersprung. Einzeln oder gemeinsam springen Kinder, Eltern und Lehrer über und durch die Flammen.

 

In vielen vorchristlichen Religionen Europas wurde das Mittsommernachtsfest als höchstes Fest des Jahres gefeiert, in den germanischen und deutschen Stämmen in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni. Da die Lebensweise der Menschen in der damaligen Zeit fast durchgängig bäuerlich geprägt war, spielte der Lauf der Sonne, die Jahreszeiten und die verschiedenen Wettereinflüsse ganz selbstverständlich für sie eine entscheidende und lebensbestimmende Rolle. Sie waren entscheidend für das Wachsen und Gedeihen der Pflanzen und damit für die eigene Ernährung. Durch das von den Menschen selbst entfachte Johannifeuer (in Anlehnung an die „Feuerkraft“ der Sonne, der Wärme und des Lichtes) erhöhte man die Kraft der Sonne, sagte ihr Dank und bat gleichzeitig darum, dass sie sich der bevorstehenden Ernte und auch den daran beteiligten Menschen und Tieren zuwenden und sich nicht von der Erde zurückziehen möge. Dieses Feuer diente auch als „Heils- und Reinigungsfeuer“. Man sagte, wer über das Feuer spränge, banne Unheil und Krankheit; Tiere, die krank waren, wurden durch das Feuer getrieben; Paaren würde Fruchtbarkeit zuteil; man könne Wünschelruten finden und vieles andere mehr. Um dieses Fest herum wurde auch viele andere Tätigkeiten gruppiert: man säuberte in dieser Zeit die Brunnen, ein neuer Brunnenmeister wurde ernannt, das Johanniskraut wurde geehrt, Holunderblüten sollten nur an diesem Morgen geerntet werden, dann  hätten  sie Heilkraft u.v.m. Als die Christianisierung Mitteleuropas einsetzte, legte die Kirche den Geburtstag Johannes des Täufers, von dem man wusste, er sei sechs Monate vor Christus geboren, auf diesen Tag. Damit hatte der Mittsommertag, das „uralte Fest der Germanen, Kelten und Slawen“, einen neuen Namen und eine christliche Bedeutung bekommen.   Wenn unsere Schule also das Johannifest begeht, feiert sie beides – einerseits führt sie den mehr naturhaften Inhalt fort, andererseits erinnert sie damit an die besonderen Impulse, die von Johannes dem Täufer ausgehen und die ja doch so ganz der äußeren Entwicklung gleichen. Johannes war der große Wegbereiter des Christus. Zu seinen wesentlichen Aussagen zählen: „Ändert euren Sinn“, „Bereitet den Weg des Herrn“ und – für unser Anliegen besonders deutlich – „ER muss wachsen, ich aber muss abnehmen“. Damit verweist er auf den nun beginnenden Abstieg des Jahreslaufs, auf das damit einhergehende immer innerlicher werdende Wesen des Menschen, das wiederum in sechs Monaten in seinem stärksten Punkt, der Wintersonnenwende, und dem kurz darauf folgenden Fest der Geburt Christi gipfelt. Jesus von Nazareth verkörpert hier das Wesen, das Mensch geworden ist, das anfangs klein ist, aber groß werden kann, wenn es in sein Menschen-Ich das Christus-Ich aufnimmt. Er verkörpert das Innerlich-Werden, das Sich-Konzentrieren auf das, was er als wacher Mensch in sich hat – seine Gedankenkraft und Konzentrationsfähigkeit. Johannes dagegen steht für das Sich-Ausdehnen, das Extatisch-Werden, das ja auch den Gefühlen der Menschen in der Johannizeit entspricht.   Solche Gedanken werden den SchülerInnen der Unterstufe im Unterricht am Morgen in Form von Geschichten und somit in Bildern, die für etwas stehen (z.B. im Bild von Lilie und Rose), nahegebracht, nicht direkt. Am Abend erleben wir mit dem Feuer und dem Darüber-Springen wieder eher den naturhaften Anteil. Wenn dabei Fackeln auftauchen, so stehen sie in diesem Zusammenhang als Symbol für Weisheit, für Ehrung und Reinigung.