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Der Religionsunterricht

Alle Schüler nehmen am Religionsunterricht teil, der zur Zeit für die Klassenstufen 1–12 mit je einer Wochenstunde gegeben wird.

Die Eltern bzw. die religionsmündigen Schüler bestimmen, welcher Unterricht besucht wird. Dieser wird von den jeweiligen Religionsgemeinschaften durchgeführt (evangelisch, katholisch, Christengemeinschaft). Bei Bedarf kann auch Unterricht anderer Religionsgemeinschaften angeboten werden (islamisch, jüdisch).

Neben dem konfessionellen gibt es auch den freien christlichen Religionsunterricht als überkonfessionelles Angebot, dessen Lehrplan auf der Waldorfpädagogik fußt.

Ein Wechsel des Religionsunterrichtes ist nur jeweils zu Beginn eines Schuljahres möglich.


Katholischer Religionsunterricht (Klasse 9-11)

Es gilt, die Bibel und die Katholische Religion als Orientierungshilfe und als Richtwert für eine religiöse Moralvorstellung für alle Lebensfragen mit den Schülerinnen zu entwickeln.

Lehrinhalte 9. und 10. Klasse
Ab diesem Schuljahr gilt es, das personelle Gewissen wie auch die Rolle von religiösen Vorbildern im Leben und Glauben, z.B. Paulus, zu erörtern.

11. Klasse
Unter dem Ansatz „der Mensch auf der Suche nach sich selbst“ werden „Die Zehn Gebote“, der Umgang mit Trauer und Tod behandelt.

Lehrmethoden
Es besteht eine Pflichtteilnahme am Fach Religion. Es gibt keine Lehrbücher zum Fach. Die Bibel wie auch einzelne, ausgewählte Texte bilden die Grundlage für Lehrgespräche und offene Diskussionen zur Erarbeitung der oberen Inhalte. Eine Beurteilung findet statt unter der Bewertung der Mitarbeit, dem Verhalten im Unterricht wie auch der Ergebnisse von schriftlichen Abfragen.


Evangelischer Religionsunterricht (Klasse 9-11)

Was kann und soll Evangelischer Religionsunterricht im Zeitalter von dauerverfügbarem  Wikipedia- und Googlewissen  leisten?
Wie kann sich Evangelische Kirche immer neu reformieren (ecclesia semper reformanda) und welchen Beitrag dazu kann Evangelischer Religionsunterricht leisten?
Warum halten wir konfessionellen Religionsunterricht, wo es doch eindeutig ist, dass Gott uns Menschen den Glauben schenkt, und wir von uns aus nichts tun können, um uns Gott anzunähern?(Denn: Was hätte das Erlösungshandeln Jesu “für uns“ für einen Sinn, wenn wir uns den Glauben/ die Gnade Gottes / unsere Erlösung durch Eigenarbeit/ Eigenleistung selber erarbeiten und verdienen könnten.)
Die Aufgabe des evangelischen Religionsunterrichts ist es deshalb, den Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihr eigenes  Glaubensverständnis zu entwickeln.
D.h.: Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht den jeweiligen Glauben ihres Lehrers/ ihrer Lehrerin kopieren, sondern sie sollen für sich als Lebensaufgabe erkennen, ihren eigenen Glauben zu finden, zu entwickeln und zu vertreten.
Die Frage “Was würde Jesus dazu sagen?“ (Martin Niemöller), dient jeweils als Impuls, unsere Welt christlich zu verstehen und eine eigene christlich-verantwortete Lebensethik zu entwickeln.Da es in unserem Leben keinen Bereich gibt, in dem Jesus nicht der Herr ist (also in dem Jesus nicht zuständig wäre  [Barmener theologische Erklärung von 1934]) kann und darf jedes ernst gemeinte Thema  im Evangelischen Religionsunterricht besprochen werden.
Von der Mitte der Schrift her betrachtet (und nicht eng geführt auf den Buchstabensinn) wird das Doppel- (bzw. Dreifach-) Gebot der Liebe zum entscheidenden Wegweiser für ein christliches Leben. Jesus Christus, unser Erlöser von allem, was uns belastet, eröffnet uns Menschen ein Leben in Fülle. Die Schülerinnen und Schüler dürfen Jesus als ihren Freund/Freundin  oder/und Schwester/Bruder sehen und sein Lebensangebot, sie schützend und segnend zu begleiten, je und je annehmen. Den Hintergrund bzw. Lernunterbau für Evangelischen Religionsunterricht stellen die Universitätsfächer, in die Evangelische Theologie gegliedert ist:Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Dogmatik, Ethik bzw. Sozialethik, Praktische Theologie  und Religionsgeschichte.
Der Evangelische Religionsunterricht findet – soweit möglich – schülerzentriert statt, denn eine Antwort versteht nur, wer die Frage dazu hat (Tillich). Die Schülerinnen und Schüler lernen Zusammenhänge kennen, und können so den Weg vom Papierkorb und der Notwendigkeit der Mülltrennung zur Schöpfungstheologiefinden oder von der Beschwerde über unsoziales Verhalten eines Mitschülers zur Frage der Liebe, des Friedens, der Gerechtigkeit und der Versöhnung.

So können die Schülerinnen und Schüler Identifikation entwickeln, weil sie erkennen: Gott ist auch Herr in meinem Leben und meinen Lebenszusammenhängen. So können sie ihren Platz finden in der weltweiten Jesusbewegung (historisch und aktuell). Die Vielfalt der verschiedenen Konfessionen (vgl. auch die 4 (!!) Evangelien)  wirkt so nicht mehr als Bedrohung, sondern wird als Chance und als Reichtum erkannt, die von Gott geschenkt sind, damit alle Kinder Gottes ihren Platz finden können  in dieser riesigen Jesusbewegung hin zu dem Reich, in dem gilt: “Dein Wille geschehe“ (Vaterunser).


Christengemeinschaft

Der Unterricht wird zurzeit in den Klassenstufen 9 – 12 mit je einer Wochenstunde erteilt. Die Inhalte für die verschiedenen Klassenstufen sind vor allem in der Oberstufe variabel, da auch sogenannte aktuelle Fragen immer wieder behandelt werden.

Klassenstufe 9
Apostelgeschichte, moderne Biographien, der Tod, Nahtoderlebnisse

Klassenstufe 10 
Lebensfragen, Freundschaft, Freiheit, Verantwortung, Herkunft des Menschen usw.          -  auch Kirchengeschichte

Klassenstufe 11
Die großen Religionen, Besuche in Synagoge

Klassenstufe 12
Das Johannesevangelium, Gottesbegriffe, Glauben

Der Unterricht in den oberen Klassen findet stark in Gesprächsform statt. Auch werden Referate gehalten. Ein oder mehrere Sprüche bzw. Textstellen aus der Bibel leiten die Stunden ein und beschließen sie. Die Sprüche und Lieder werden auswendig gelernt. Es soll immer ein Moment der Stille und Andacht eintreten.Die Größe der Gruppen liegt zwischen drei und dreizehn Schülern.In der Regel werden nur schriftliche Zeugnisse ausgestellt, in denen die Mitarbeit und das soziale Verhalten kurz beschrieben werden.


Freier Religionsunterricht

Im Religiösen wird die innerste, persönlichste Sphäre des Menschseins berührt und darin herrscht die unantastbare, vollständige Freiheit. Daher gilt es, diesen Bereich ganz allgemein zu pflegen. Der Schwerpunkt des Religionsunterrichts liegt nicht auf dem Lehrstoff. Er ist zwar inhaltlich vorgegeben, dient aber vor allem der Gemütsvertiefung und Willensstärkung. Der freie Religionsunterricht bildet die Brücke zu diversen Kultur- und Lebensbereichen. Erzählstoffe, Biographien, Kunst- und Jahreslaufbetrachtungen sind Möglichkeiten, an denen das Kind, der Jugendliche, Entwicklungsgesetze erfahren und Wegweiser für das eigene Leben erkennen kann. Der Unterrichtsstoff steht in allen Klassenstufen in Bezug zur Lebenssituation und der Persönlichkeitsentwicklung. Er legt Kernkompetenzen im sozialen Bereich an und vermittelt ein Verständnis für andere religiöse Kulturströmungen.

In der Oberstufe stehen dann die Arbeit an den Evangelien, an der Apostelgeschichte und insbesondere das Wirken des Paulus in der 9. Klasse im Zentrum. Aber auch viele soziale Themen (z.B. Behinderung, Abtreibung) und Geburt und Tod werden besprochen.

In der 10. bis zur 12. Klasse erarbeiten sich die Schüler die Weltreligionen zunächst so, dass die Aussagen, Formen und Geschichte aus Sicht der Religion dargestellt werden. In einem zweiten Schritt wird dann das Verhältnis zum Christentum betrachtet.

In der 12. Klasse kommt die Besprechung verschiedener Weltanschauungen und philosophischer Richtungen hinzu.

Für die Schüler des freien Religionsunterrichtes werden verschiedene kultische Feiern von den Lehrern gehalten. Die Teilnahme an ihnen ist freiwillig. Für die Schüler der 9. und 10. Klasse die Jugendfeier und für die älteren sowie für Erwachsene die Opferfeier. Die Texte der Feiern, die Ausstattung des Raumes und der ganze Ablauf sind von Rudolf Steiner gegeben worden.