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Kein Sitzenbleiben

Alle Schüler werden in die nächste Klasse versetzt, auch solche, die in Teilbereichen das Klassenziel nicht erreichen konnten. Ein „Sitzenbleiben“ gibt es nicht, da der Lehrplan alters- und entwicklungsspezifisch ausgerichtet ist und die Klasse als Sozialgemeinschaft erhalten bleiben soll. Daher wird nur aus anderen zwingenden pädagogischen Gründen eine Klasse gewechselt. Direkte Noten werden erst in der zwölften Klasse und in den Prüfungsklassen gegeben. Die Beurteilung aller schriftlichen Arbeiten orientiert sich an den individuellen Möglichkeiten und Begabungen des einzelnen Schülers.


Zeugnisspruch

In den Klassen 1–7 bekommen die Schüler vom Klassenlehrer einen persönlichen «Zeugnisspruch», eine meist gereimte Lebensweisheit, ein Leitmotiv für die Zukunft. Die Lehrer richten es meist so ein, dass jeder Schüler ihn einmal pro Woche vor der Klasse spricht – in einer mit dem Lehrer gepflegten Sprache, wodurch rhythmisches Empfinden, Atem und die Sprechwerkzeuge geschult werden.


Zeugnisse

Die Waldorfschule kommt bis zum 12. Schuljahr ohne Noten aus. Von Anfang an werden aber die regelmäßigen schriftlichen Proben, die Klassenarbeiten sowie die Epochenhefte von den Lehrern mit schriftlichen Komentaren versehen. So wird der Schüler durch Lernerfolge motiviert und auf noch zu erübende Bereiche deutlich hingewiesen, ohne durch Noten abgestempelt zu werden. Die Schüler bzw. deren Eltern erhalten zum Schuljahresende ein Jahreszeugnis, in dem die Entwicklung des Schülers, seine Fortschritte, aber auch besondere Schwierigkeiten ausführlich und individuell charakterisiert werden.

Die Schüler bekommen einmal im Jahr ein Zeugnis. Es enthält keine Noten, sondern der Klassenlehrer versucht die Entwicklung des Schülers des vergangenen Jahres zu charakterisieren. Er beschreibt die Interessen des Schülers, das Sozialverhalten, die Stellung in der Klassengemeinschaft, die Mitarbeit sowie die Stärken und Schwächen im Ergreifen des Unterrichtsstoffes. Zwar sollte in dem Zeugnis zum Ausdruck kommen, wenn in einem Fach das Klassenziel nicht erreicht wurde, doch steht nicht die allgemeine Norm im Vordergrund, sondern der individuelle Fortschritt. Rudolf Steiner wünschte sich, dass Defizite zwar klar genannt, doch die Zeugnisse insgesamt «mit Liebe» geschrieben werden sollten.

In der Unter- und Mittelstufe ergänzen die Fachlehrer das ausführliche Klassenlehrerzeugnis mit einer kurzen Schilderung der Bemühungen und Erfolge auf den verschiedenen Gebieten des Faches (Mitarbeit, Heftführung, Klassenarbeiten, Geschicklichkeit, Ausdauer …)

In der Oberstufe (Klasse 9-13) ergeben die Zeugnisbeiträge der einzelnen Fachlehrer das Gesamtbild. Hier stehen vor allem die Arbeitshaltung und die erzielten Ergebnisse bzw. Fortschritte im Vordergrund.

Das Zeugnis richtet sich prinzipiell in der Unterstufe (Klasse 1-4) an die Eltern, ab der Mittelstufe (Klasse 5) an die Schüler selbst.

Der Grund, warum Rudolf Steiner schon bei der ersten Waldorfschule auf Wortgutachten bestand, ist die individuelle Charakterisierung, die dadurch möglich wird. Auch ist es für ein Kind befriedigender, wenn wenigstens seine große Anstrengung gewürdigt wird, als wenn lediglich die Note 5 oder 6 dasteht. Umgekehrt kann so einem Hochbegabten, der ohne jede Anstrengung recht passable Leistungen erbringt, auch deutlich gemacht werden, dass er unter seinem Niveau arbeitet.

Das Wortgutachten birgt jedoch auch Gefahren: Eine Formulierung kann verletzender sein als die «nackte» Note. Auf der anderen Seite kann eine allzu liebevolle Beschreibung, in der Schwächen nur zart angedeutet werden, bei Eltern und Schülern ein falsches Bild entstehen lassen.

Eine weitere Schwierigkeit, die in den letzten Jahren aufgetreten ist, besteht darin, dass in der Arbeitswelt Wortgutachten verwendet werden, in denen nichts Negatives stehen darf. Dies wird in ganz harmlos klingenden Formulierungen, quasi zwischen den Zeilen, ausgedrückt. Deshalb müssen auch wir in der Oberstufe in unseren Formulierungen darauf achten, dass das Zeugnis «bewerbungsfähig» ist und doch Schülern und Eltern den wahren Sachverhalt widerspiegelt – bisweilen keine leichte Aufgabe!

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines engen Kontaktes zwischen Elternhaus und Schule, zu dem es ja vielfältige Möglichkeiten gibt und der aus pädagogischen Gründen sowieso gepflegt werden sollte.


Feedback über den Leistungsstand

  • Epochenheftkontrolle
    Durch Durchsicht und Kommentar zur Epochenheftführung bekommt der Schüler Hinweise, welche Bereiche gut erfasst wurden und wo noch Nacharbeit nötig ist. 
  • Tests
    Regelmäßige Tests über die einzelnen Fachgebbiete mit eventueller Punktebewertung und Lehrerkommentar zum Lernerfolg des einzelnen Schülers geben Rückmeldung über den aktuellen Leistungsstand.

  • Elterngespräche
    Grundsätzlich sind die Lehrer immer zu Elterngesprächen bereit, um die Leistungsentwicklung des Schülers zu spiegeln.

  • Schüler-Lehrergespräch - Zielvereinbarungen in der Oberstufe
    in persönlichen Entwicklungs-Gesprächen mit einem Lehrer seiner Wahl blickt der Schüler auf den bisherigen Leistungsstand in den einzelnen Fächern zurück, er setzt sich neue Ziele und beschreibt die nötigen Schritte zur Zielerreichung. Diese Zielvereinbarungen werden schriftlich niedergelegt und in einem verschlossenen Umschlag aufbewahrt. Nach 6 weiteren Monaten wird mit dem Lehrer seines Vertrauens auf den Weg zurückgeblickt und es werden wieder weitere Schritte vereinbart.
  • Eltern-Schüler-Lehrersprechtag
    Ergänzend zu den jährlichen Zeugnissen vor den Sommerferien wird in der Oberstufe zwischen den beiden Schulhalbjahren ein Eltern-Schüler-Lehrersprechtag abgehalten. Dabei können sich Eltern und Schüler im Gespräch mit den Lehrern einen Zwischenbericht über den Leistungsstand einholen.

Abschlusszeugnis

endlich geschafft ....

Nach bestandener Mittlerer Reife- oder Abiturprüfung erhalten die Schüler das offizielle Abschlußzeugnis der Partnerschule. Die Prüfungen werden in unserem Hause gemeinsam mit den Prüfern der Partnerschule nach den staatlichen Prüfungsvorgaben abgehalten.


wir arbeiten im Wechsel mit folgenden Schulen zusammen:


Mittlere Reife
- Jakob Stoll-Schule Würzburg

Abitur
- Riemenschneidergymnasium Würzburg
- Deutschhausgymnasium Würzburg