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Chinesiche Tuschemalerei

Um uns auch künstlerisch in die Kultur Asiens, besonders Chinas, einzufühlen, malten wir über mehrere Wochen mit Tusche und Bambuspinsel. Die fernöstliche Tuschemalerei ist ein Weg zur Stille, zum Selbst.

„Wenn man den Pinsel in die Hand nimmt, dann muss man sein Sehen zurücknehmen, das Hören umkehren, alle Gedanken abtun und sich auf die spirituelle Wirklichkeit konzentrieren. Wenn der Geist still und der Atem harmonisch ist, dann wird das Werk ins Allerfeinste eindringen.“

Yu Shih-nan, taoistischer Kalligraph und Maler aus dem 7. Jahrhundert n. Chr.

Ein Stück weit ist uns dies gelungen. Es entstanden eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre in der Klasse und zahlreiche individuelle Bilder. Mit der Tusche lässt sich sehr schön experimentieren. Durch Verdünnung entstehen zahlreiche Graustufen und je nach Linienführung können mit einem einzigen Pinsel die unterschiedlichsten Striche entstehen. Auch macht es einen großen Unterschied, ob man mit einem sehr nassen Pinsel oder mit einem trockenen arbeitet.

Die chinesische Kunst kennt vier Ecksteine: Orchidee, Bambus, Pflaumenblüte und Chrysantheme – man nennt sie auch „die vier Edlen“. Zwei haben wir uns für unsere ersten Versuche ausgewählt: den Bambus – stark, wahr und ehrlich, und die Orchidee – scheu, blass und elegant. Jede dieser Pflanzen verlangt ihren eigenen charakteristischen Pinselstrich. Ebenfalls haben wir uns am Zeichnen verschiedener Tiere versucht. Beim Malen der Landschaften erweiterten wir unsere Technik, indem wir das tuschegemalte Bild anschließend mit Aquarellfarben ausgestalteten.