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Bindung und Eingewöhnung

Ein Kind im Alter von drei oder vier Monaten wird sich wahrscheinlich noch von jedem Erwachsenen - bekannt oder unbekannt – beruhigen lassen. Ganz anders wird dies allerdings bei einem Kind im Alter von acht Monaten sein. In der Regel wird es fremde Personen in dieser Phase ablehnen und sich von diesen nicht trösten lassen. In diesem Moment können nur noch die Mutter oder der Vater, also Menschen, die zu dem Kind eine tragfähige Bindung entwickelt haben, das Kind beruhigen. Wenn das Kind älter wird, vergrößert sich in der Regel der Kreis der Personen, zu denen es (Bindungs-) Beziehungen herstellt.

Mit Beginn des Krippenalltags erschließt das Kind einen größeren sozialen Raum, in dem es sich zukünftig bewegen wird. Da braucht es eine verfügbare Person, zu der es eine stabile und tragfähige Beziehung aufbauen kann. Ansonsten kann es nicht entspannt seine Umwelt erkunden und seinen Entwicklungsaufgaben nachgehen. Diese Person wird „seine“ Erzieherin sein, zu der es einen Bezug aufgebaut hat. Deshalb ist die wichtigste Zeit in der Krippe für jedes kleine Kind die Eingewöhnungsphase, in der dieser Bezugsaufbau geschieht. Dies ist entscheidend, wie wohl sich das Kind in seiner neuen Umgebung fühlen wird.

Ziel von uns ist es, Ihrem Kind und seiner Familie einen Rahmen zu bieten, in dem es dieses Gefühl von Bindung, Vertrauen und Sicherheit erlebt. Deshalb wollen wir so behutsam wie möglich die Eingewöhnungsphase gestalten und Ihrem Kind die Zeit geben, die es benötigt.

Folgende Kooperation und Beteiligung der Eltern ist unbedingt erforderlich:

  • Eltern müssen genügend Zeit einplanen (4 Wochen).
  • Es gibt eine ausführliche Elterninfo vor Beginn der Eingewöhnung.
  • Die Eingewöhnung findet individuell, je nach Bedürfnis des Kindes, vor- oder nachmittags statt.
  • Das Kind wird ohne Ausnahme von seiner Bindungsperson begleitet.
  • Die Anwesenheitszeit des Kindes in der Krippe wird täglich ausgedehnt.
  • In den ersten drei Tagen findet kein Trennungsversuch statt.
  • Der vierte Tag entscheidet über die Länge der Eingewöhnung.
  • Montags finden für das Kind nie neue Situationen statt.
  • Prioritäten setzt das Kind, in dem es das Tempo angibt (kürzere/längere Eingewöhnungszeit)
  • Jedes Kind hat seine eigene Bezugserzieherin, zu der es Bindung aufbaut.

Abgeschlossen ist eine gelungene Eingewöhnung erst, wenn die Erzieherin das Kind nachhaltig trösten und beruhigen kann, das Kind also eine verlässliche Beziehung zu seiner Erzieherin aufgebaut hat.