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Pflege des kleinen Kindes

Leib, Seele und Geist sind beim kleinen Kind noch untrennbar miteinander verbunden. Alles was wir an und mit dem kleinen Kind tun, prägt sich wie in der Sinnespflege beschrieben, tief in den Leib des Kindes ein. So bilden die körperlichen Erfahrungen die Grundlage für die spätere seelische und geistige Entwicklung.

Die Pflege des Kindes befriedigt das Grundbedürfnis nach intensiver Zuwendung und ungeteilter Aufmerksamkeit. Für das Kind wird zum einen erlebbar, dass die Welt, in die es geboren wurde, gut und schön ist, zum anderen vermittelt der pflegende Erwachsene: „Ich bin für dich da, du bist mir wichtig.“

Im ersten Lebensjahr übernehmen die Eltern diese Aufgabe, die nun mit dem Eintritt in die Kinderkrippe von der Erzieherin mit übernommen wird. Berührt werden gehört zum Alltag des Kindes und der respektvolle, geduldige und liebevolle Umgang prägt sich dem Kind tief ein. Mit diesem Hintergrund wird die Pflege des Kindes kein mechanisches Tun, sondern entwickelt sich zu einem Zwiegespräch mit dem Kind. Die Bedürfnisse des Kindes stehen dabei im Vordergrund. Die Erzieherin bezieht das Kind in alle Tätigkeiten mit ein. Sie begleitet das Hochnehmen, Ausziehen, Wickeln und Anziehen mit Worten und greift dabei die Impulse des Kindes zur Mitarbeit auf. Dies erfordert vom Erwachsenen einen taktvollen, liebevollen Umgang mit dem Kind und genaues Beobachten und gezieltes Handeln. Damit das Kind den innigen Kontakt mit seiner Erzieherin genießen kann, wird der Pflege des Kindes in Tagesrhythmus genügend Zeit eingeräumt. Der Wickelplatz befindet sich in einem Nebenraum, nur auf diese Weise finden Kind und Erzieherin die nötige Ruhe. Der Raum selbst vermittelt durch seine Gestaltung eine Atmosphäre, in der sich die Kinder geborgen und aufgehoben fühlen. Der intime und innige Kontakt bei der Pflege fördert das Kind in vielen Bereichen. Seine motorischen, sozialen und sprachlichen Fähigkeiten werden geschult. Auch sein Selbstwert und Körpergefühl werden gefördert.

Der liebevolle Umgang mit dem Kind lässt es „beziehungssatt“ werden. So kann es sich auf neue Erfahrungen mit sich selbst, mit anderen Kindern oder seiner Umgebung einlassen.