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Sinnespflege

Das Ziel der Sinnesentwicklung ist ein geistig-seelisches und soziales Selbstbewusstsein, daher legen wir in unserer Krippe ein besonderes Augenmerk darauf. Im Säuglings-und Kleinkindalter ist die Pflege der Basalsinne, der „selbstwahrnehmenden Sinne“ sehr wichtig. Damit sind folgende Sinne gemeint:

Der Lebenssinn vermittelt die „erste menschliche Eigenwahrnehmung, durch die sich der Mensch als Ganzes in seiner Körperlichkeit nach bewusst wird“ (R. Steiner).

Der Lebenssinn als solcher wird nicht bewusst wahrgenommen. Wir bemerken ihn nur dann, wenn er in seiner idealen Grundbefindlichkeit, „des Durchdrungenseins von Behaglichkeit“ im eigenen Körper gestört ist. Da dieses innerliche Sich-Wohlfühlen bis in die Seele ausstrahlt und eine Grundlage für die gesunde Entwicklung darstellt, ist es unsere Aufgabe als Eltern und Erzieher, die Bedingungen dafür zu schaffen. Durch liebevolle Begegnung, natürliche Nahrung und Kleidung und eine äußere Umgebung, die eine Hülle bildet, helfen wir dem Kind, sich in sich selbst zuhause zu fühlen.

Der Eigenbewegungssinn ist der Sinn, durch den man, ohne sich bewusst zu sein, seine eigenen Bewegungen wahrnimmt. Dadurch werden äußerer Raum und Zeit wahrgenommen und das Kind lernt, die spontanen Reflexbewegungen in eine harmonische Gestaltung der Bewegungsabläufe zu führen. Das kleine Kind lernt z.B. die Augenbewegung vom zufälligen zum gezielten Blickkontakt zu führen oder vom Zappeln der Hände zum bewussten Greifen zu gelangen. Dazu benötigt es genügend Zeit und Gelegenheit.

Der Tastsinn bildet die Grundlage der Selbstwahrnehmung gegenüber der Äußerlichkeit. Über ihn werden Empfindungen bis in die tiefste Innerlichkeit erlebt. Deshalb sind eine liebevolle, achtsame Pflege und die Berührung mit natürlichen Materialien so prägend.

Der Gleichgewichtssinn dient der Integration der körperlichen Bewegungen. Denn jede Bewegung ändert die Statik des Körpers und diese muss neu ausgerichtet werden. Deshalb ist es wichtig, dem Kind durch vielfältige Bewegungsanreize ein großes Übungsfeld anzubieten (rauf, runter, drüben, unter …)

Während der Entwicklung aller Sinne ist es in unserer heutigen Zeit aber nötig, die Kinder vor zu vielen Reizen zu schützen, denn eine Reizüberflutung führt zu Irritationen und Rückzug. Deshalb benötigt das Kind für seine gesunde, ganzheitliche Entwicklung eine Umgebung die geprägt ist von Beständigkeit, Sanftheit und Verlässlichkeit. Dies wirkt bis in die feinste Differenzierung der Organe und des Gehirns und ist dispositions- und konstitutionsbestimmend für das ganze Leben.